Integration und Abschluss (InteA)

Projekte im Bereich der (Sprach-)Integration an der WSO – viele Auszeichnungen

Neu: Bücherecke für InteA-Schüler


Zehn Jahre Oberstufenprojekt „Sprache als Brücke zur Integration“

logo_singend-deutsch-lernenIn diesem DaZ-Projekt der Oberstufe der WSO unterstützen seit nunmehr zehn Jahren Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrganges in einem Nachmittagskurs jugendliche Geflüchtete beim Erlernen der deutschen Sprache.

Die WSO-Abiturientinnen und Abiturienten versuchen hierzu individuell auf die Lernbedürfnisse ihrer betreuten DaZ-Jugendlichen einzugehen, erstellen geeignete Lernmaterialien, leisten Hausaufgabenhilfe oder unternehmen Erkundungstouren in der Stadt, um die Jugendlichen mit ihrer neuen Umgebung vertraut zu machen und damit auch die Integration in ihr gesellschaftliches Umfeld zu erleichtern. Die WSO-Abiturientinnen und Abiturienten erwerben hierbei interkulturelle und soziale Kompetenzen und werden sensibilisiert im Umgang mit Menschen aus fremden Kulturen und der ihnen eigenen Flucht- und Migrationsproblematik.

Zwischen 2007 bis heute haben so rund 320 Abiturientinnen und Abiturienten des Wirtschaftsgymnasiums der WSO etwa 750 Jugendliche aus etwa 25 Nationen unter Leitung von Frau Alavi und zeitweise Frau Hünding (2011-2015) betreut.

Das tatkräftige Engagement der WSO-Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in diesem Projekt erhielt 2009 überregionale Anerkennung als Hessensieger durch den Integrationspreis  der Bundesregierung „respect2009“, regional wurde es im Rahmen der Aktion der SWG „75 gute Taten“ ausgezeichnet.

Musikprojekt „Singend Deutsch lernen!“

Im Rahmen des oben genannten Projektes besteht seit 2009 als weiterer Baustein zur Sprachintegration das Musikprojekt, in dem die Jugendlichen durch das gemeinsame Einüben und Singen von Liedern in der Gesamtgruppe auf musikalischem Wege Satzmuster trainieren und ihren Wortschatz erweitern können. Zudem ist Musik ein Medium, das über Grenzen hinweg eine völkerverbindende Funktion hat und die Motivation zum Erlernen einer fremden Sprache unterstützen und erleichtern kann. Die langjährigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Jugendlichen dieses Angebot sehr zu schätzen wissen, da sie meist aus Kulturen stammen, in denen die eigene musikalisch-kulturelle Darstellung in Form  von Musik und Tanz noch eine stark identitätsstiftende Bedeutung hat. Die Jugendlichen können im Rahmen des Projektes auch eigene Liedbeiträge vorstellen und erhalten auf diesem Wege eine ihnen vertraute Ausdrucksmöglichkeit. Unsere Abiturientinnen und Abiturienten wiederum gewinnen einen direkten Einblick in die Kultur der von ihnen betreuten jugendlichen Geflüchteten.

In den Jahren 2009 bis 2015 wurde das Musikprojekt „Musik – eine Sprache ohne Grenzen“ von dem Gitarrenlehrer Tobias Wessel begleitet. Seit Beginn das Schuljahres 2016/17 wird das neue Musikprojekt „Singend Deutsch lernen!“ von Anselm Richter unterstützt, der als Musik- und Gesangslehrer am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig ist.

Gefördert wird das Projekt von der Liz Mohn Musik- und Kulturstiftung (Gütersloh), dem Musikhaus Schönau (Gießen), dem Soroptimist Club Gießen sowie der Anstoß Stiftung für soziale Projekte in Stadt und Landkreis Gießen.

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Nähere Informationen zu beiden Projekten erteilt gerne Frau Alavi.

 

Projekt: DaZuLERNEN

Deutsch als Zweitsprache und interkulturelles LERNEN

DaZuLERNEN wird 5!

Ein Integrationsprojekt an der WSO Gießen: Jugendliche Geflüchtete und Schülerinnen und Schüler der kaufmännischen Berufsfachschule lernen mit- und voneinander

Ein wesentliches Projektziel ist es, jungen Geflüchteten die deutsche Sprache so schnell wie möglich beizubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in Deutschland einzugliedern und Freunde zu finden. Die Begegnung auf Augenhöhe mit Gleichaltrigen spielt dabei eine zentrale Rolle und wirkt auf beide Gruppen stark motivierend.

Das Projekt DaZuLERNEN ist vor fünf Jahren auf Initiative einiger Schülerinnen und Schüler einer Berufsfachschulklasse entstanden, die in ihren Freistunden freiwillig in meinem DaZ-Unterricht mithalfen. Die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulklasse entwickeln unterschiedlichste Lernmaterialien, Aufgaben und ganz eigene Lehrmethoden, um die jungen Geflüchteten beim Deutschlernen zu unterstützen. Die Geflüchteten bekommen die Gelegenheit, mit Gleichaltrigen über altersspezifische Themen, ihre Sorgen oder ihre Kulturen zu sprechen. Beide Schülergruppen profitieren in vielerlei Hinsicht außerordentlich von ihrer Zusammenarbeit und wachsen aneinander. Bis heute findet das Projekt einmal wöchentlich während einer Doppelstunde statt.

Das Projekt DaZuLERNEN existiert bereits seit fünf Jahren und hat großen Anklang gefunden:

Im Jahr 2013 gewannen die beiden damaligen Projektklassen den Sonderpreis beim hessischen Schülerwettbewerb „Zuwanderung und Integration – Vielfalt in Hessen“. Im Juni 2015 hat Bundespräsident Joachim Gauck den Projektunterricht besucht.

Im selben Jahr wird das Konzept mit dem Hans-Eberhard-Piepho-Preis prämiert und belegt in der Kategorie “Schulpraktische Arbeiten” den 1. Platz.

Im vergangenen Jahr würdigte der Stifterverband das Projekt mit einem Preis im Rahmen des Deutschen Lehrerforums.

DaZuLERNEN wurde gefördert vom ZONTA Club Burg Staufenberg-Gießen und vom Lions Club Gießen.

Christina Lang
Stand: 15.03.2017

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Mein Leben in Deutschland: Ich möchte gerne Journalist werden

Abdijabar Abdi Mahamud aus Somalia macht in Deutschland an unserer Schule seinen Hauptschulabschluss. Später möchte er gerne Journalist werden. Neben seinem Schulpraktikum bei der Gießener Zeitung absolvierte er während der Osterferien ein freiwilliges Praktikum bei der Gießener Allgemeinen (s. Berichterstattung unter Presse)

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Reiskirchen | Zuerst hatte ich etwas Angst. Werde ich gut aufgenommen? Oder muss ich vielleicht sogar ins Gefängnis? Doch es war ganz anders. Ich wurde gut aufgenommen. Von Somalia über die Türkei, Griechenland und Ungarn bin ich mit 17 dann nach Deutschland gekommen und habe Asyl beantragt. Das Jugendamt kümmerte sich um mich. Danach kam ich auf die Burg Nordeck. Dort habe ich mich leider nicht so wohl gefühlt. Ich war der einzige Junge aus Somalia und fast immer allein. Außerdem konnte ich kein Deutsch sprechen.
Dann bin ich nach Reiskirchen umgezogen. Jetzt in Reiskirchen ist es schön. Ich kann viel Deutsch mit anderen Leuten reden und es gibt auch andere somalische Jungen.
Vor zwei Monaten hat die Lehrerin Christina Lang mir meine verlorene Zukunft zurückgebracht. Sie hat sich dafür eingesetzt, dass ich auf der Friedrich-Feld-Schule meinen Hauptschulabschluss machen kann.
Frieden und das Lernen gefällt mir besonders gut an Deutschland, weil es in meinem Heimatland Krieg gibt. Was mir an Deutschland nicht gefällt, ist mein Wohnheim, weil es weit weg von der Stadt ist und der Bus jede Stunde nur einmal kommt. Wenn man den Bus verpasst, muss man auf den nächsten Bus warten und dann komme ich zu spät in die Schule. In der Nacht fährt kein Bus mehr, deshalb muss ich dann zuhause bleiben. Außerdem gefällt mir das kalte Wetter und der Schnee nicht, denn in meinem Heimatland gibt es kein kaltes Wetter und keinen Schnee.
Aber ich bin glücklich, in Deutschland zu leben. Ich spiele gerne Fußball mit meinen Freunden und ich liebe es dabei, im Sturm zu spielen. Meine Lieblingsspieler sind Thomas Müller und Franck Ribéry, weil ich Bayern Fan bin.
Für die Zukunft wünsche ich mir, als Journalist zu arbeiten. (Gießener Zeitung vom 06.05.2014)