Lernbüro

Bürobedarfsgroßhandlung

K1600_LB_16

Was ist ein Lernbüro?

Das Lernbüro unserer Schule ist ein Großhandelsunternehmen der Bürobedarfsbranche. Es befindet sich in einem modern eingerichteten Großraumbüro unseres Hauptgebäudes. Alle Abteilungen (Einkauf, Verkauf, Lager, Rechnungswesen, Personalwesen und Allgemeine Verwaltung) sind mit PC-Arbeitsplätzen ausgestattet. Insofern unterscheidet sich das Lernbüro weder in seiner Organisation und Ausstattung noch in der Art zu arbeiten von einem modernen Büro der Praxis, auch wenn es sich hierbei lediglich um „Simulation“ handelt.

Welche Vorteile bringt die Arbeit im Lernbüro?

Die Arbeit im Lernbüro soll die fehlende betriebliche Praxis der beruflichen Vollzeitschule möglichst ersetzen bzw. ihr so nahe wie möglich kommen und letztlich für die Schülerinnen und Schüler den riesigen Schritt zwischen Schule und Betrieb erleichtern. Daher läuft das Lernbüro nach dem „Gießener Modell“ grundsätzlich in freier Simulation ab, d. h. die Schülerinnen und Schüler arbeiten verteilt auf die verschiedenen Abteilungen mit Hilfe eines Arbeitsbuches und weiteren Unterrichtsmaterialien weitgehend selbständig an unterschiedlichen Aufgaben. Diese an der Büroarbeit orientierte Arbeitsweise verändert die Lehrerrolle deutlich. Die Lehrkraft steht nicht mehr im Zentrum des Unterrichts, sondern ist vorwiegend betreuend und helfend tätig, aber auch kontrollierend. Rhythmus und Geschwindigkeit des Lernens und Arbeitens werden ebenfalls von den Schülerinnen und Schülern selbst bestimmt. Der PC wird zum zentralen Arbeitsmittel des Unterrichts, die Teamarbeit in den Abteilungen zur bevorzugten Unterrichtsmethode. Die Abhängigkeit der Abteilungen untereinander und die unterschiedliche Arbeitsgeschwindigkeit der Schülerinnen und Schüler machen ein sich gegenseitiges Helfen notwendig und fördern die sozialen Kompetenzen.
Eine wichtige Erkenntnis aus der Arbeit im Lernbüro ist, dass es den „faulen Schüler“ eigentlich nicht gibt. Viele haben nach so vielen Jahren Schule den theoretischen Unterricht einfach satt und sind lediglich lern- und schulmüde. Der völlig andere Unterricht im Lernbüro dagegen macht Spaß und bringt rasch Erfolge.
Eine weitere positive Erfahrung aus der Lernbüroarbeit ist, dass das praktische Lernen nach unserem Motto „Lernen durch Anwendung“ nicht nur viel leichter fällt als der reine Theorieunterricht, also schneller und besser verstanden wird, sondern auch länger im Gedächtnis haftet. Dennoch, das eine kann ohne das andere nicht sein. Die Arbeit im Lernbüro macht die theoretischen Zusammenhänge verständlicher und die Theorie bildet die Grundlage für die praktische Arbeit bzw. macht den Unterschied zwischen ausbilden und anlernen.

Ein Konkurrent zur betrieblichen Ausbildung kann und will das Lernbüro nicht sein. Die Arbeit im Lernbüro ist eher einem betrieblichen Praktikum gleichzustellen, mit dem Vorteil, dass die Praktikantin bzw. der Praktikant die Gelegenheit hat, alle Hauptabteilungen des Betriebes kennen zu lernen und in ihnen aktiv mitzuarbeiten.

Wer wird im Lernbüro unterrichtet?

Alle Schülerinnen und Schüler des Vollzeitbereichs (Ausnahme Berufliches Gymnasium) durchlaufen die Abteilungen im Lernbüro entweder innerhalb eines Jahres oder zweier Jahre.

LBH-SCH

LB2

Herr Hahn-Schubert, Leiter des Lernbüros

 

Organigramm des Lernbüros – Bürobedarfsgroßhandlung

organigramm-lernbuero

LB-B

Mehr als 30 Jahre Lernbüro

Unser Lernbüro war eines der ersten in Hessen. Bereits im Schuljahr 1981/1982 wurde die „Bürobedarfsgroßhandlung Friedrich Feld & Co.“ gegründet und der Unterricht zunächst mit einer Pilotklasse begonnen. Im Jahre 2012 feierte unser Lernbüro sein 30. Jubiläum.

Das Lernbüro hat damals die aktuelle Diskussion über schülerzentriertes, handlungsorientiertes, selbstorganisiertes und selbständiges Lernen vorweggenommen und mitinitiiert. Das Konzept des „Gießener Modells“ – Lernen durch Anwenden – hat sich in diesen Jahren sehr bewährt.

Unsere Powerpoint-Präsentation macht Sie mit den Inhalten im Lernbüro der Friedrich-Feld-Schule vertraut.

Gründer des Lernbüros: Gerald Balser, Bild 1980er Jahre