Großes Projekt: Austauschstudenten berichten über ihre Erfahrungen an Schulen im Gießener Raum. Foto: Schäfer

 

Gießener Anzeiger vom 21.03.2018, Seite 34

GIESSEN – (rsc). „Italiener kommen immer zu spät. Italiener sind immer zu laut. Italiener sprechen mit den Händen.“ Federico Ziani ist Italiener, Student und mit einem Erasmus-Stipendium derzeit für ein bis zwei Auslandssemester an der Justus-Liebig-Universität (JLU). Eingebunden ist er in das Projekt „Europa macht Schule“. Dabei gehen ausländische Studenten in deutsche Schulen, um Kulturen anderer Länder zu vermitteln. Geleitet wird das örtliche Projekt ehrenamtlich von Studenten der hiesigen Universität, finanziell gefördert vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD). In diesem Jahr waren sieben Studenten aus England, Russland (2), Ukraine, Italien (2) und Frankreich an sieben Schulen in der Gießener Region unterwegs. In der Universitätsaula berichtete Federico Ziani über seine Erfahrungen.

Federico erzählte – sehr unterhaltsam vorgetragen – in einer witzigen und gestenreichen Rede, wie die Italiener ticken. In einer Klasse der Gewerblichen Schulen in Dillenburg hatte er sich mit den Schülern auf eine kulinarische Reise durch Italien begeben. Im Anschluss kochten sie gemeinsam.

„Clichés in Frankreich und anderen Ländern“ hieß das Projekt der französischen Studentin Safa Tliba, die allerdings wegen der derzeitigen Semesterferien in ihr Heimatland zurückgekehrt war und ihr Thema deshalb nicht selbst vorstellen konnte. Da in ihren zugewiesenen zwei Klassen der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten viele Migranten sind, wurden auch Klischees anderer Länder unter die Lupe genommen. Vorgestellt wurden diese von Schülern aus Moldawien, Kroatien, Türkei, Algerien und Syrien.

Seit 2005 – in Gießen seit 2016 zum dritten Mal – läuft dieses Projekt mit bisher 1700 Gaststudenten und 1700 einzelnen Projekten. „Ziel des Programmes ist es, Europa konkret und lebendig werden zu lassen. Andere Kulturen und Denkweisen sollen erfahrbar werden und ein Dialog über Gemeinsamkeiten und Unterschiede entstehen.“ Mit diesen Worten beschrieben die beiden Organisatorinnen am Standort Gießen, die Studentinnen Natalia Witkowsky und Pia Grohmann, das Ziel. Dafür stellen Studierende aus ganz Europa ihr Heimatland auf kreative und anschauliche Weise vor, werden in den Schulunterricht einbezogen und gestalten gemeinsam mit der Klasse ein kleines Projekt. Für Witkowsky und Grohmann ist es wichtig, dass die Schüler Ängste überwinden, andere und neue Dinge erfahren und vor allem auch neugierig werden. „Die Projekte sollen bei den Schülern Lust auf einen Auslandaufenthalt scheren.

Bewerbungen von Schulen für dieses Projekt sind über das Internet und die Social-Media-Plattformen jederzeit möglich. Der Umfang des Projektes beträgt drei bis fünf Unterrichtsstunden. Die zeitliche und inhaltliche Planung des Projektes geschieht in freier Absprache zwischen Lehrkraft und dem Studierenden.

Weitere Infos: auf Facebook und www.europamachtschule.de/das-programm/standorte/giessen