Gießener Anzeiger vom 30.05.2014

Zwei Gießener Schulen arbeiten enger zusammen
Berufliche Bildung – Vorteile für 350 betroffene Schüler

GIESSEN (ewe). Was seit vielen Jahren an der Theodor-Litt-Schule (TLS) und an der Friedrich-Feld-Schule (FFS) getrennt voneinander passierte, nämlich die Vermittlung von Bildung und Wissen an junge Menschen im Bereich des Beruflichen Gymnasiums, soll nun durch eine enge Kooperation effizienter und effektiver werden. Das haben die beiden Gießener Schulen beschlossen. Vom nächsten Schuljahr an ist die Zusammenarbeit zunächst auf die beiden Beruflichen Gymnasien ab der Jahrgangsstufe 12 beschränkt, soll aber, so die feste Absicht beider Schul- und Stufenleitungen, in den Folgejahren „nach unten verbreitert“ werden.

Mehr Qualität
FFS-Schulleiterin Annette Greilich und ihr Abteilungsleiter für das Berufliche Gymnasium (BG), Holger Volkwein, sowie Michael Brumhard, kommissarischer Leiter der TLS, und dessen BG-Abteilungsleiter Andreas Brüll erläuterten die Konzeption der vereinbarten Kooperation, in deren Mittelpunkt einzig das Wohl der Schüler durch ein „Mehr“ an Qualifikation stehe. Sie sollen von den Angeboten der jeweils anderen Schule profitieren können. Zudem sollen neue weitergehende Angebote und eine breitere Kurspalette bis hin zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife gemacht werden. Dass dazu eine intensive Kommunikation zwischen den Schulen und mit den Schülern selbst notwendig ist, ist den Beteiligten als Teil von Konzeption und Kooperation klar. An der TLS betrifft dies 100 Schüler, an der FFS 250. Zwei Beispiele: FFS-Schüler erhalten die Möglichkeit, an der TLS den Leistungskurs Physik zu belegen, und die Friedrich-Feld-Schule, die Kapazitätsprobleme beim Schulsport hat, kann die nicht gänzlich ausgelastete TLS-Sporthalle an der Ringallee mitbenutzen.

Die Ausbildungsschwerpunkte an der Theodor-Litt-Schule liegen in den Bereichen Maschinenbau, Elektronik und Informatik, die der Friedrich-Feld-Schule Wirtschaft und Verwaltung, Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre. Weil nicht selten im Laufe des Schullebens klar werde, dass Schüler in der anderen Schule ganz oder teilweise besser aufgehoben wären, wird die Möglichkeit des Hospitierens geschaffen. Schnelles Reagieren der Schulleitungen ist gerade in solchen Fällen wichtiger Bestandteil der Schulkooperation. Des Weiteren haben beide Schulen bereits Kooperationen mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) laufen.

 

Gießener Allgemeine vom 17.05.2014

Kooperation zum Wohl der Schüler
Friedrich-Feld- und Theodor-Litt-Schule wollen künftig mehr Synergien nutzen

G i e ß e n (ck). Bislang haben die Friedrich-Feld- (FFS) und die Theodor-Litt-Schule (TLS) getrennt voneinander junge Menschen pädagogisch gefördert, um ihnen neben beruflicher Qualifikation auch die allgemeine Hochschulreife zu vermitteln. Ab dem  kommenden Schuljahr wollen die beiden Schulen ihre Kräfte zunächst im Bereich der Beruflichen Gymnasien (BG) bündeln, um ein breiteres Angebot an Grund- und Leistungskursen vorhalten zu können und somit die Schülerinnen und Schüler noch gezielter gemäß ihrer jeweiligen Neigungen zu unterstützen.

Eine entsprechende Kooperation gaben am Freitag für die FFS Schulleiterin Annette Greilich und BG-Abteilungsleiter Holger Volkwein sowie für die TLS stellvertretender Schulleiter Michael Brumhard und Abteilungsleiter Andreas Brüll bekannt. Als einen von mehreren konkreten Vorteilen bezeichnete Greilich den Sachverhalt, dass Schüler der FFS künftig Physik als Leistungskurs wählen könnten, obwohl das Fach an ihrer Schule in diesem Bereich gar nicht angeboten wird; dafür aber an der TLS. Solche Synergien seien auch in anderen Bereich denkbar. Beispielsweise habe die FFS, so Greilich, Probleme mit Hallenkapazitäten für den Schulsport, seitdem die Schule die Halle in Rödgen wegen des dort etablierten Ganztagsangebots nicht mehr nutzen könne. »Die Theodor-Litt-Schule hat dagegen in ihrer Halle noch freie Zeiten«, so die Schulleiterin.

Für jeden Schüler das Optimale Dass die Schüler künftig viel zielgerichteter beraten werden können, darauf machten Volkwein, Brumhard und Brüll aufmerksam. Das sei an den allgemeinbildenden Schulen mit ihrem Massenauflauf so nicht möglich. Denn nicht selten stelle sich heraus, dass die Schüler sich bei der Wahl ihrer Kurse in der Oberstufe schlichtweg vertan hätten; dass der Bereich Technik dann doch nicht wie erwartet den eigenen Interessen entspreche.

Auch in solchen Fällen könne dann schnell reagiert werden, indem dem betroffenen Schüler eine Hospitationsmöglichkeit an der anderen Schule vermittelt werde. Dort fühlten sie sich vielleicht besser. So könne für jeden Schüler das Optimale erreicht werden, bekräftigt Volkwein. Profitieren von der neuen Zusammenarbeit ab Sommer werden an der TLS rund 100 Schüler, an der FFS etwa 300. Die Kooperation könne in den kommenden Jahren aber durchaus auf weitere Jahrgänge ausgedehnt werden, so die Verantwortlichen. Als förderlich empfinden sie auch, dass beide Schulen Kooperationen mit der Technischen Hochschule laufen haben. Das geht in Sachen FFS soweit, dass in speziellen Fächern sogenannte Credit Points für ein späteres Duales Studium erworben werden können.

Durch das Anbieten weiterer Kurse beispielsweise im Bereich der Sprachen machen sich die Schulen Greilich zufolge auch für jene Schüler interessant, die nach der zehnten Klasse eine neue Schule suchten. Für sie gebe es damit in Gießen neue Perspektiven »in einem eher familiär geprägten Rahmen«, wie Michael Brumhard und Andreas Brüll hervorhoben. Die Frage nach dem jeweiligen Unterrichtsort solle durch Kooperationstage geregelt werden, sagt Greilich. Die Schüler würden dann an der einen oder anderen Schule unterrichtet. Fahren müssten nur die Lehrer, was jedoch nicht als allzu großes Problem angesehen werde.